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Rosenholz ÖL 2



Barbara Schmal, die Koordinatorin des Projektes AVIVE in Silves – einem Insel-Örtchen am Urubu, einem Nebenfluss des Amazonas, gelegen – beschreibt ihre eigenen, ganz anderen Erfahrungen.
Frau Schmal, wie und wann sind Sie auf die Problematik dieses gefährdeten Baumes gestoßen?
Das Abenteuer begann, als ich 1997 auf einem Aromatherapie-Workshop hörte, dass der Baum, aus dem das wundervoll duftende Rosenholz-Öl hergestellt wird, zu einer bedrohten Spezies gehört. Als in Brasilien wohnende und zudem umweltbewusste Frau machte mich das betroffen. Ein Jahr später, auf einem Urlaub durch den Amazonas, „lief" mir der Baum wieder über den Weg. Und da bin ich nun und versuche – zusammen mit vielen anderen Interessierten – die Rosenholzwelt im Gleichgewicht zu erhalten.

Wie muss man sich den Ort vorstellen, in dem Sie nun hauptsächlich leben?

Silves – 340 km westlich von Manaus gelegen ist eine 6 km große Flussinsel mit 6.770 Einwohnern. Neben einer Gesundheitsstation, einer Gemeindeverwaltung, dem Friedhof mit der Kirche und einigen Grundschulen gibt es einige Geschäfte, zwei Restaurants, drei kleine Privatpensionen und sogar ein Fünf-Sterne-Urwald-Resort.
Wir leben in einer Gegend, in der es ursprünglich sehr viele Rosenholzbäume gab und wo auch der nahe Verwandte, der Aniba canelilla-Baum, wächst. Er ergibt ein wunderbar duftendes ätherisches Öl. Hier wachsen auch andere aromatische Pflanzen wie der Tonka-Baum (Dipteryx odorata) und der Copaiba-Baum (Copaifera langsdorffii) und auch Bäume, aus deren Früchten man heilsame Öle und Fette gewinnen kann: der Andiroba-Baum (Carapa guianensis) und der Cupuaçu-Baum (Theobroma grandiflorum). Vor 35 Jahren gab es hier eine Produktionsstätte für Rosenholz-Öl, die zwar den Baum auf illegale Weise ausbeutete, jedoch den Bewohnern von Silves ein sicheres Einkommen verschaffte. Als die Destille Ende der siebziger Jahre an einen anderen Ort zog, nahmen die Möglichkeiten des Geldverdienens in der Region stark ab. Neuerdings geht es wieder etwas aufwärts, da der Ökotourismus das spartanische Leben der Menschen von Silves etwas unterstützt.

Wie sieht Ihre Arbeit in Silves aus?

Im Januar 1999 nahmen einige Bewohnerinnen von Silves an einem Seminar über aromatische Pflanzen und Heilkräuter teil und beschlossen einige Monate später, dieses neue sowie das alte Wissen ihrer VorfahrInnen kommerziell umzusetzen und umweltfreundliche Produkte aus Amazonas-Pflanzen zu verkaufen. Es wurde der Verein AVIVE gegründet.
Im Laufe der Zeit sind wir richtige Profis geworden und extraieren heute im Rahmen des Projektes (Nachhaltige Nutzung von Nicht-Holz-Waldprodukten) fette und ätherische Öle (Andiroba- und Cumaruöl, Puxuri- und Breuöl, Copaiba Balsam). Die Öle verkaufen wir abgefüllt oder als Bulkware, aber wir nutzen sie auch in unserer Seifen-, Kerzen- und Räucherstäbchen-Herstellung. Neben dem Erlernen der englischen Sprache, die für den internationalen Handel langfristig notwendig ist, werden seitdem in unserem Projekt, das von 35 Vereinsmitgliedern unterstützt wird, kosmetische Produkte, allem voran verschiedene Pflanzenseifen und auch Duft-Kerzen, in Handarbeit hergestellt und verschickt. Lesen Sie weiter >>>

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